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Strömungsrettung

Vorwort

Die letzten Katastrophen in Europa und weltweit haben uns gezeigt, wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist. Ob es nun die Überschwemmungen an der Elbe 2002, globale Notsituationen wie der Tsunami in Südostasien Ende 2004 oder die Hochwasser durch Unwetter in ganz Deutschland 2013 sind – der moderne Wasserretter muss darauf reagieren können. Oft taucht die Frage auf, was eigentlich Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit der Strömungs- oder Wildwasserrettung zu tun haben? Sehr viel sogar! Ein bislang ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter, durch Schneeschmelze oder vermehrten Regenfällen schnell zu einem reißenden Gewässer werden, in dem der Einsatz eines Motorrettungsboots nicht mehr möglich ist. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch kein Rettungsschwimmer nach bisherigen Standards mehr eingesetzt werden. Außerhalb von Hochwasserlagen kommen Strömungsretter zum Einsatz. Unzugängliche Bereiche der Sieg können Beispielsweise durch das Abseilen von Brücken erreicht werden.

Aufgaben

Angelehnt an den amerikanischen Swiftwater Rescue Technician (SRT) ist der DLRG-Strömungsretter (SR) ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er wird grundsätzlich im Team eingesetzt und ist durch eine spezielle Schutzausrüstung vor den besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten geschützt.

Zu seinen Aufgaben in der örtlichen Gefahrenabwehr zählen:

  • Rettung an/in fließenden Gewässern
  • Suche an/in fließenden Gewässern
  • Absicherung eigener Rettungskräfte
  • Rettung aus unzugänglichen Geländen (auch mit technischem Gerät / seilgestützt)
  • Unterstützung von Bootseinsätzen (Einsatz vom Boot in besonderen Gefahrenzonen)
  • Assistenz und Unterstützung bei technischer Hilfeleistung am/im Wasser anderer Organisationen

Die Aufgaben bei einem Hochwasser sind ähnlich:

  • Primärrettung mit seiltechnischen Hilfsmitteln aus überfluteten Gebieten (z. B. Häuserzeilen, Dächer etc.)
  • Arbeit in der „heißen Zone“ an Dämmen und Deichen als Schnittstelle zu Tauchern ( z. B. Sandsäcke,Folien legen)
  • Absicherung aller Helfer und Einsatzkräfte an der Einsatzstelle bei der Deichsicherung („Downstream-Safety“)
  • Evakuierungen mit dem Raft/Hochwasserboot (auch mit Seilfähre / am Hochseil)

Strömungsrettung in Siegen

Um Menschen aus den Gefahren der Gewässer retten zu können, benötigen wir neben gut ausgebildeten, ehrenamtlichen Helfern auch entsprechendes Material. Das Material und die Ausbildung finanzieren wir mit eigenen Mitteln, da wir weder Stadt noch Land unterstellt sind. Unsere begrenzten Mittel beziehen wir aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Hiervon geht ein großer Teil für die Kinder- und Jugendarbeit ab, da wir, neben der Wasserrettung, auch Frühprävention durch Aufklärung und Schwimmausbildung betreiben.

Der Strömungsretter-Trupp der DLRG OG Siegen besteht derzeit aus 7 ausgebildeten Strömungsrettern, weiteren Wasserrettern in Ausbildung zum Strömungsretter und Helfern, die sich um den Support vom Land aus kümmern.

Damit unser Trupp einsatzbereit bleibt, bieten wir regelmäßig Übungen an. Um die Leistung des Trupps auf einem hohen Niveau zu halten, nimmt zudem jede beteiligte Einsatzkraft regelmäßig an Aus- und Weiterbildungen teil. Hierzu zählen unter anderem Qualifikationen wie Rettungsschwimmabzeichen, Fachausbildung Wasserrettungsdienst, Sanitäts-Ausbildung und ein jährlicher Gesundheitscheck. Weiterhin wird wöchentlich im Schwimmbad trainiert.

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