DLRG Tauchtrupp im KatS

Zusammen mit dem Bezirk Siegen-Wittgenstein stellt die DLRG Siegen einen Tauchtrupp im Katastrophenschutz (KatS). Der Tauchtrupp des Bezirkes ist ein Fachbereich neben Ausbildung, Wasserrettungsdienst und Bootswesen, jedoch sehr aktiv.

Örtliche Gefahrenabwehr

Zu den Kernaufgaben gehört die Unterstützung der Feuerwehren im Kreis. Hierzu ist der Trupp mit 5 digitalen Funkmeldeempfängern der Leitstelle Siegen ausgestattet. So kann die Feuerwehr bei Bedarf die DLRG Taucher nachalarmieren. Dabei erstreckt sich das Einsatzgebiet nicht nur über Obernau- und Breitenbachtalsperre, sondern schließt jedes Gewässer im Kreisgebiet ein, welches durch die Mittel der Feuerwehren nicht erreicht werden kann. So können auch kleine Weiher oder Teiche, je nach Schadenslage, in unser Einsatzportfolio integriert werden.

Katastrophenschutz

Als weiteres Aufgabenfeld ist die Mitwirkung im Katastrophenschutz des Landes Nordrhein-Westfalen durch Integration als Taucheinheit in die Wasserrettungszüge zu nennen. Hierbei werden sowohl landesweite, als auch bundesweite Schadenslagen abgedeckt. Die Taucher werden überwiegend zur Deichsicherung bei Hochwasserlagen eingesetzt, können aber auch im Überschwemmungsgebiet zum Beispiel zur Suche von Personen in überfluteten Kellern herangezogen werden.

Truppstärke

Der Tauchtrupp des Bezirkes Siegerland-Wittgenstein besteht aus ca. 35 Personen, neben zehn Einsatztauchern wird auch weiteres Personal zur Sicherung und Vorbereitung der Tauchstellen benötigt. Hierzu zählen unter anderem die Signalmänner (und natürlich Frauen), die die Taucher während des Tauchgangs mit einer Leine sichern und über diese mit ihnen kommunizieren können. Die Frauen und Männer des Tauchtrupps sind dabei nahezu 24 Stunden und 365 Tage im Jahr alarmierbar, sowohl für die örtliche Gefahrenabwehr zusammen mit der Feuerwehr, als auch für Schadenslagen im Katastrophenfall. Alle Taucher und Helfer arbeiten ehrenamtlich und investieren ihre Freizeit in die Sicherheit der Bevölkerung!

Truppzusammensetzung:

  • 1 Taucheinsatzführer (TaEF)
  • 2 Einsatztaucher (ET)
  • 1 Signalmann (SigMa)
  • 1 Kraftfahrer

Einsatzmöglichkeiten

Die Möglichkeiten, die wir als Taucher während eines Einsatzes haben sind breit gefächert und beinhalten unter anderem:

  • Personensuche
  • Personenrettung / -bergung
  • Eisrettung
  • Arbeiten unter Wasser
  • Bergung von Fahrzeugen und anderen Gütern
  • Sicherung von Deichen
  • Tauchrettung
  • Suchen und Erkunden

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Aufgaben, insbesondere Arbeiten unter Wasser und Sachmittelbergung nur dann ausgeführt werden, wenn durch die jeweilige Einsatzlage die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird. Kommerzielle Arbeiten werden von uns nicht ausgeführt und fallen in den Bereich der Berufstaucher.

Um das breite Spektrum an Möglichkeiten optimal einsetzen zu können, finden regelmäßig Übungen statt, in denen Einsatzszenarien durchlaufen und geprobt werden können. Für Einsatztaucher sind zur Erhaltung der Qualifikationen mindestens 10 dieser Übungstauchgänge unter Einsatzbedingungen im Jahr erforderlich. Die meisten unserer Taucher kommen aber auf deutlich mehr Tauchgänge.

Material

Grundsätzlich kann das zur Verfügung stehende Material in 4 Gruppen unterteilt werden: PSA (persönliche Schutzausrüstung), Sicherung, Arbeiten und Transport.

In der ersten Gruppe sind sowohl Tauchgeräte, Tauchanzüge, Kälteschutz (Taucher & Helfer) und weitere persönliche Ausrüstung enthalten. Hierbei ist zu erwähnen, dass die meisten Tauchgeräte und Ausrüstungsgegenstände privat sind und der DLRG für die Ausübung ihrer Tätigkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Der Gruppe Sicherung sind Materialien wie Leinen, Bojen und Markierungen zugeordnet. Sie werden benötigt, um sowohl die Helfer als auch die Taucher an der Einsatzstelle vor Unfällen abzusichern. Hierzu gehört auch die Markierung der Tauchstelle als Einsatzort. Auch unser Notfallkoffer mit Sauerstoff ist dieser Gruppe zugeordnet.

Druckluftwerkzeuge, Hebesäcke, Verbindungsmittel und Anschlagmittel sind der Gruppe Arbeiten zugeordnet. Hier können wir auf 1 1Tonnen und 2 0,5Tonnen Hebesäcke, Druckluftleitungen zum Befüllen der Hebesäcke und Druckluftbohrer zurückgreifen. Weiterhin führen wir einen vollständigen Werkzeugkoffer im Fahrzeug mit.

Der Transport der Materialien wird durch unser Einsatzfahrzeug, einen VW T4 Transporter - nach StAN (Stärke- und Ausstattungsnachweisung) ausgerüstet - realisiert. Neben Sanitäts- und Sonderausrüstung ist ein Flaschenhalter für die Tauchflaschen, ein BOS-Funkgerät zur Kommunikation mit der Leitstelle und eine Sondersignalanlage vorhanden. Seit 2015 steht uns auch ein Anhänger extra für die Taucher zur Verfügung. Der 1,8to Anhänger mit festem Aufbau und Regalausbau ist bestückt mit Flaschenhalter, Stromaggregat, Lampen zur Einsatzstellenausleuchtung, 4 kompletten Tauchausrüstungen und Material zum Heben und Bergen.

Unserer Tauchtrupp ist auch mit modernen Kommunikationsmitteln ausgestattet. So halten wir zwei Vollgesichtsmasken vor, mit der die sprachgebundene Kommunikation zwischen Signalmann und Taucher ermöglicht wird. Dazu ist in einer Sicherungsleine ein Kabel eingeflochten, das die Kommunikation ermöglicht.

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Fotos: © Andreas Pollak